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10.12.2025
Corporate Issues & Events

Inside LOOP-it: Ein Gespräch mit Geschäftsführer Michael Bednarek

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LOOP-it ist das erste Unternehmen für Matratzenrecycling in Österreich. Das Gemeinschaftsunternehmen von NEVEON und BRANTNER green solutions wurde Anfang 2025 gegründet und verfolgt das Ziel, natürliche Ressourcen zu schonen und zirkuläre Stoffströme nachhaltig zu fördern. Wir haben Michael Bednarek, Transformation Manager bei NEVEON und Geschäftsführer von LOOP-it, zum Interview gebeten.

LOOP-it ist Österreichs erstes Matratzenrecycling-Unternehmen und wurde von NEVEON und BRANTNER green solutions gemeinsam gegründet. Was war der ausschlaggebende Impuls für die Gründung dieses Joint Ventures?

Die naheliegende Antwort wäre: Wir wollten ins Recycling-Geschäft einsteigen. Doch es geht um weit mehr – nämlich um die Absicherung des Kerngeschäfts von NEVEON. Durch den direkten Zugang zu sekundären Rohstoffen bauen wir gesetzlichen Änderungen vor und schaffen somit frühzeitig Versorgungssicherheit. Gleichzeitig öffnen wir uns Zukunftsmärkten wie dem chemischen Recycling.

Was genau ist mit gesetzlichen Änderungen und Versorgungssicherheit gemeint?

Durch unser Engagement in der Österreichischen Matratzen Allianz (ÖMA) sind wir frühzeitig über relevante gesetzliche Entwicklungen informiert. Es ist gut möglich, dass bestimmte Produkte aus unserem Portfolio künftig einen verpflichtenden Anteil an Rezyklaten enthalten müssen und/oder Rücknahmeverpflichtungen am Ende ihres Lebenszyklus unterliegen.

Auch im Hinblick auf die Versorgungssicherheit steht eine Ausweitung der CO₂-Besteuerung auf weitere Industrien weiterhin im Raum. Durch den Einsatz von Post-Consumer-Recycled (PCR) Materialien senken wir laut ersten, internen Berechnungen die Emissionen in bestimmten Base-Materials-Produkten um bis zu 80 Prozent.

Wo siehst du heute die größten Hürden bei der Schaffung eines Kreislaufs für Matratzen? 

Matratzen sind derzeit klassischer Sperrmüll – sie werden nicht getrennt gesammelt. Für ein funktionierendes Recycling müssen sie jedoch sortenrein und vor allem trocken gesammelt werden. Diese Infrastruktur fehlt in Österreich bislang. Deshalb arbeiten wir gezielt mit Abfallwirtschaftsverbänden und Altstoffsammelzentren zusammen, um genau diese Voraussetzungen zu schaffen.
Zusätzlich erschweren regulatorische Vorgaben den grenzüberschreitenden Transport von recycelten Materialien und Abfällen. Mit dem Circular Economy Act der EU und der Binnenmarktstrategie für Sekundärrohstoffe zeichnen sich jedoch positive Entwicklungen ab, die uns künftig neue Möglichkeiten eröffnen.

Wie funktioniert das Recycling der Matratzen bei LOOP-it einfach erklärt? 

LOOP-it hat eine hochautomatisierte Anlage entwickelt, die Matratzen effizient und präzise zerlegt. Bereits zu Beginn des Prozesses kommt Künstliche Intelligenz zum Einsatz, die Materialart und Beschaffenheit jeder Matratze erkennt. So wissen wir jederzeit genau, welche Rohstoffe enthalten sind – und können diese gezielt weiterverarbeiten.

Welche Meilensteine konnten seit der Gründung erreicht werden?

Seit der offiziellen Firmengründung im Februar 2025 konnten wir bereits viele große Schritte nach vorne machen. Im August übernahm ich die Rolle als Geschäftsführer. Wir haben Strukturen aufgebaut und das Anlagenkonzept finalisiert. Der LOOP-it Standort wurde mittlerweile modernisiert und konnte Mitte September eröffnet werden.

Falls du uns das verraten kannst: Wie sehen die nächsten Schritte von LOOP-it aus?

LOOP-it befindet sich aktuell in der Aufbauphase – als Start-up innerhalb zweier etablierter Konzerne. Deshalb sind alle kurzfristig anstehenden Schritte konsequent auf zwei zentrale Ziele ausgerichtet: die Sicherung der Lieferkette und die Steigerung der Produktionseffizienz.

Was wünscht du dir für die Zukunft von LOOP-it?

Ich wünsche mir, dass LOOP-it sowohl ökonomisch als auch ökologisch erfolgreich wird – und damit zeigt, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur möglich, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll ist. LOOP-it soll als positives Beispiel für Unternehmen dienen, die noch zögern, kreislauffähige Geschäftsmodelle umzusetzen.

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