- 2025 gründeten der Kreislaufwirtschaftspionier BRANTNER green solutions und der Schaumstoffspezialist NEVEON das Joint Venture LOOP-it, um gebrauchte Matratzen zu recyceln.
- Alter Schaumstoff, der bisher verbrannt wurde, soll nachhaltig weiterverarbeitet werden, lautete die Zielsetzung bei der Gründung. Nun zieht das Unternehmen eine erste Zwischenbilanz aus dem laufenden Betrieb.
Wien/Krems, 08. Juli 2026. Bis zu 500 Stück Matratzen pro Arbeitstag, das entspricht rund 7 Tonnen, verarbeitet LOOP-it, Österreichs erstes Unternehmen für Matratzenrecycling, mittlerweile am Betriebsstandort Oberwölbling (Bezirk St. Pölten). Hochgerechnet entspricht das einer Kapazität von 110.000 Matratzen pro Jahr, inklusive mehrerer Tonnen wertvoller Sekundärrohstoffe. Rund 80 Prozent des Materials werden nun weiterverwendet statt thermisch verwertet. Während die Verbrennung einer 14 kg schweren Matratze im Schnitt 26,47 kg CO2 verursacht, fallen beim Recyclingprozess lediglich 3,42 kg CO2 an. Das entspricht einer Einsparung von 23,05 kg CO2 bzw. rund 87 Prozent CO2-Emissionen je Matratze. Die Berechnung des CO2-Fußabdrucks erfolgte in Zusammenarbeit mit ClimatePartner.
Damit schließt LOOP-it eine wichtige Lücke in der Kreislaufwirtschaft: In Österreich werden jährlich mehr als eine Million Matratzen entsorgt. Der Großteil davon landet weiterhin in der Verbrennung, obwohl Matratzen wertvolle Materialien wie Polyurethanschaum, Latex oder Metalle enthalten. Gleichzeitig verursacht die thermische Verwertung erhebliche CO2-Emissionen. LOOP-it setzt genau hier an und macht aus einem linearen Abfallstrom einen neuen Rohstoffkreislauf.
„Mit LOOP-it zeigen wir, dass Kreislaufwirtschaft auch bei komplexen Produkten wie Matratzen technologisch umsetzbar ist. Unser Ziel war von Anfang an, einen völlig neuen Stoffstrom für das Recycling zu erschließen, was uns nun endlich im industriellen Maßstab gelingt. Dadurch stärken wir auch den Industriestandort Niederösterreich“, erklärt Jernej Hren, Geschäftsführer LOOP-it GmbH und Group Innovation Officer bei BRANTNER.
„Ziel von LOOP-it ist es, wertvolle Rohstoffe im Kreislauf zu halten und die Zukunft unserer Branche aktiv mitzugestalten. Wir wollen zeigen, dass Kreislaufwirtschaft nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich erfolgreich sein kann. Das gelingt jedoch nur, wenn alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette zusammenarbeiten. Genau dafür schaffen wir mit LOOP-it die Grundlage“, ergänzt Michael Bednarek, Geschäftsführer LOOP-it GmbH und Transformation Manager bei NEVEON.
KI unterstützt den Recyclingprozess
Die Anlage setzt dabei auf moderne Technologien und Automatisierung. Mithilfe künstlicher Intelligenz werden betriebliche Abläufe optimiert und Materialien präzise analysiert. Durchschnittlich wiegt eine Matratze 14 kg. Die daraus gewonnenen Rezyklate bilden die Basis für mechanisches und chemisches Recycling und können künftig Verbrauch und Abhängigkeit von fossilen Rohstoffen in der Produktion minimieren. Die gepressten Materialballen erreichen dabei Gewichte von rund 350 kg bei Polyurethan beziehungsweise 460 kg bei Latex.
Vorreiterrolle ohne gesetzliche Verpflichtung
Besonders bemerkenswert: Österreich verfügt derzeit noch über keine verpflichtende Herstellerverantwortung (EPR-System) im Sinne einer Inverkehrbringergebühr für Matratzen, also einer Abgabe, mit der Hersteller die spätere Sammlung und das Recycling von Matratzen finanzieren. Trotzdem haben BRANTNER green solutions und NEVEON bereits jetzt eine eigene Recycling-Infrastruktur aufgebaut und in Betrieb genommen. Damit nimmt LOOP-it eine Vorreiterrolle im österreichischen Markt ein.
Mit dem erfolgreichen Anlauf der Anlage verbindet LOOP-it innovative Technologie, Kreislaufwirtschaft sowie industrielle Partnerschaften, um neue Lösungen für bislang ungelöste Umweltprobleme zu schaffen.
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