Unser Ziel: 100% Recycling von Alt-Matratzen

Im Schnitt verbringen wir ein Drittel unseres Lebens im Bett. Damit ist die Matratze wohl der Einrichtungsgegenstand, mit dem wir am meisten Kontakt haben. Nach spätestens 10 Jahren haben Matratzen das Ende ihrer Lebenszeit erreicht. In der EU werden jedes Jahr rund 40 Millionen alte Matratzen entsorgt. Dabei gehen viele Ressourcen in der Matratze – Schaumstoffe, Metalle, Textilien – für immer verloren.
Sperrmüll heißt meist Müllverbrennung

Matratzen sind nach 10 Jahren vielleicht durchgelegen, fleckig und vergilbt. Wertlos werden sie dadurch aber noch lange nicht. Ganz im Gegenteil: Matratzen bestehen aus wertvollen Rohstoffen, angefangen von Metallen aus Federkernmatratzen über textile Stoffe bis hin zu Kunststoffen. Gerade letztere sind im Hinblick auf das Recycling besonders kritisch und interessant zugleich.
Eine besondere Wichtigkeit kommt beim Matratzenrecycling der Aufbereitung und Wiederverwendung der Schaumstoffe zu. Das gilt vor allem für Polyurethan- (PU) Schäume. Immerhin handelt es sich bei rund 65 Prozent aller verkauften Matratzen um reine Schaumstoffmatratzen. Auch in Federkern-Matratzen findet sich ein hoher Anteil an PU-Schaum. Grundsätzlich gibt es für die Aufbereitung des Polyurethanschaumes aus einer Matratze, welche das Ende ihrer Lebenszeit erreicht hat, zwei Möglichkeiten der Wiedergewinnung: mechanisches und chemisches Recycling.
Während des chemischen Verfahrens werden die Polyurethan-Abfälle aufgespalten. Dadurch wird das ursprünglich für den Matratzenschaum verwendete Polyol zurückgewonnen. Dieses sogenannte Sekundäre-Polyol kann wiederum für die Herstellung von Matratzen oder anderen Gütern wie Klebstoffen, Dämmplatten, Kissen oder isolierenden Schäumen für die Bauindustrie verwendet werden. Deshalb arbeiten wir seit 2022 zusammen mit BASF an einem neuen Verfahren, mit dem PU-Schäume aus Matratzen wieder in den Produktlebenszyklus zurückgeführt werden können. Mit dieser Forschungstätigkeit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft, denn die recycelten Materialien können für die Produktion von neuen Matratzen mit deutlich geringerem CO2-Fußabdruck verwendet werden.
Im Rahmen einer mechanischen Aufbereitung werden die Polyurethan-Abfälle, zum Beispiel, wieder zu Verbundschaumstoff weiterverarbeitet.
Vorteile von nachhaltigem Matratzenrecycling

- Im Vergleich zu anderen recycelbaren Gegenständen, sind Matratzen leichter zu sammeln und zu sortieren.
- Wiederverwertung von verwendeten Materialien als Rohstoffe oder Hilfsstoffe für andere Produkte.
- Verwendung einiger zurückgewonnener Rohstoffe für die Herstellung neuer Matratzen im Rahmen einer Kreislaufwirtschaft.
- Recycling-Rohstoffe sparen im Gegensatz zur Gewinnung neuer Materialien aus fossilen Rohstoffen viel CO2.
- Der Verbrauch fossiler Rohstoffe, die an anderer Stelle eher gebraucht werden, sinkt drastisch.
- Mit dem Recycling und insbesondere der Kreislaufwirtschaft verringern sich die Kosten für die Abfallentsorgung.
- Dank spezieller Rückgewinnungsverfahren sind die Matratzen aus Recycling-Material qualitativ genauso hochwertig wie die Matratzen aus konventionellem Material.